Unsere Marktmeinung: Die Reimann Investors Depesche

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Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Juli 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Juli 2022

Angesichts der aktuell zahlreichen Herausforderungen, des Krieges, der Inflation sowie der steigenden Zinsen, haben sich die Kapitalmärkte in den vergangenen Monaten überwiegend negativ entwickelt. Warum sollte man, unserer Ansicht nach, in einer schwierigen Phase wie dieser als Investor dennoch – insbesondere in Aktien – investiert bleiben?

Historisch betrachtet sind Aktien langfristig die mit Abstand stärkste Assetklasse: Der US-Aktienmarkt erzielte seit dem Jahr 1900 im Durchschnitt eine inflationsbereinigte Rendite in Höhe von 6,6 % pro Jahr. Der deutsche Aktienmarkt kam im gleichen Zeitraum zwar nur auf eine reale Durchschnittsrendite von 3 %. Allerdings stand die deutsche Wirtschaft im 20. Jahrhundert auch unter dem Einfluss zweier Weltkriege sowie zahlreicher anderer Krisen und entwickelte sich deshalb deutlich schlechter als die US-Wirtschaft.

Jedoch: Aktienmärkte zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf kurze und mittlere Sicht stark schwanken können. So hat der S&P 500 zwischen 1950 und 2019 im besten Jahr +51 % an Wert gewonnen, aber dafür im schlechtesten Jahr –39 % an Wert verloren.

Interessanter ist es hingegen, wenn man die Verteilung der Aktienrenditen über längere Zeiträume vergleicht. Denn Aktienmärkte zeichnen sich dadurch aus, dass sie langfristig weniger volatil sind als kurzfristig, da sich über lange Zeiträume gute und schlechte Jahre gegenseitig ausgleichen. Über die Dauer von 5 Jahren lag die durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 zwischen +28 % und –3 %. Über 20 Jahre gesehen wird die Renditeverteilung noch enger, sodass sie sich lediglich noch zwischen +6 % und +18 % bewegte. Man hätte also im besten 20-Jahres-Zeitraum durchschnittlich 18 % pro Jahr gewonnen – und im schlechtesten Fall immer noch ein Plus von 6 % pro Jahr erzielt.

Warum aber sollte man auch in schlechten Zeiten nie komplett aus dem Markt herausgehen? Weil Market Timing, also das Kaufen oder Verkaufen von Aktien zum richtigen Zeitpunkt, extrem schwer ist. Dabei ist der Ausstieg bei Krisen weniger schwierig als der Wiedereinstieg nach der Krise. Gerade das Ende einer negativen Phase ist schwerlich festzustellen, da die Kapitalmärkte die realwirtschaftliche Entwicklung vorwegnehmen und die Kurse oft genauso schnell wieder steigen, wie sie zuvor gefallen sind. Wenn man diese guten Tage verpasst, kann das die Gewinne dauerhaft signifikant schmälern.

Wenn die Kurse der beiden wichtigsten Anlageklassen fallen, wie dies seit mehreren Monaten der Fall ist, können wir nicht verhindern, dass auch unsere Fonds an Wert verlieren. Allerdings können wir durch unsere aktiven und gezielten Absicherungsmaßnahmen die negative Marktentwicklung für uns abschwächen und so unsere Verluste begrenzen.

Gerade in Krisen ist es aus unserer Sicht entscheidend, langfristige Zeiträume zu betrachten und investiert zu bleiben. Nur so lässt sich Vermögen dauerhaft sichern und moderat mehren. Denn es braucht die beiden Seiten derselben Medaille: nämlich schwierige Kursphasen mit Ruhe und vernünftigen Entscheidungen auszuhalten, also investiert zu bleiben, und in guten Phasen von steigenden Kursen zu profitieren.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Juni 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Juni 2022

Der Russland-Ukraine-Krieg hält an und wirkt sich damit weiter auf die Energie- und Nahrungsmittelpreise aus: Auch im Mai – das sind die jüngsten Daten – zog die Inflation erneut kräftig an. In Deutschland lag der Wert bei 7,9 %, in der Eurozone bei 8,1 %. Die Energiepreise in der Eurozone stiegen mit 39,2 % im Jahresvergleich besonders stark.

Der Inflationsdruck hat an Breite und Intensität gewonnen. Die Fachleute des Eurosystems haben daher ihre Prognosen zur Inflationsentwicklung gegenüber ihren März-Schätzungen deutlich nach oben korrigiert: So soll die jährliche Inflationsrate 2022 bei 6,8 % liegen, bevor sie in den Jahren 2023 und 2024 auf 3,5 % bzw. 2,1 % zurückgehen wird. Auch nach Ansicht des Kiel Institut für Weltwirtschaft wird die derzeit anhaltend hohe Inflation so schnell nicht weichen.

Damit verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten, insbesondere in Europa und Deutschland, weiter und sind mit größeren Unsicherheiten verbunden: Der große Aufschwung nach der Pandemie bleibt nach wie vor aus. Der unklare Ausgang des Kriegs und die sich weiter ausbreitende Inflation haben die Sorge um eine nachhaltige Rezession zurückgebracht.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat daher auf seiner Sitzung im Juni zwar noch keine Leitzinserhöhung beschlossen, aber eine mögliche Leitzinserhöhung im Juli um 0,25 % signalisiert. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit 11 Jahren (zuletzt: Juni 2011). Zudem werden die Anleihenkäufe (APP-Programm) zum 1. Juli 2022 beendet.

All dies, die hohe Inflation und die geplante Zinserhöhung, hat Folgen auch auf die Anleihenmärkte sowie die Anleihenrenditen: Die Renditen deutscher und europäischer Staatsanleihen waren bereits in den vergangenen Monaten stark angestiegen und im selben Zug die Kurse weiter gefallen. Wegen der Turbulenzen am Anleihenmarkt infolge der EZB-Sitzung im Juni hatten die Geldpolitiker nur wenige Tage später eine außerordentliche Ratssitzung einberufen, um die aktuellen Marktbedingungen zu diskutieren. Hintergrund waren die gestiegenen Risikoaufschläge (Spreads) für höher verschuldete Eurostaaten. Die Anleihenmärkte reagierten unmittelbar auf die Berichte über die außerordentliche Sitzung der EZB: Die Kurse vor allem italienischer Anleihen stiegen deutlich und spiegelbildlich dazu sanken die Renditen.

Auch wir sind der Ansicht, dass uns die Themen hohe Inflation sowie steigende Zinsen längerfristig begleiten werden. Die Befürchtungen von Experten und Markteilnehmern, dass die Zinserhöhungen der Notenbanken eine weltweite Rezession auslösen könnten, nehmen zu.

Wir halten deshalb derzeit nach wie vor einen sehr reduzierten Anleihenanteil. Die wichtigste Anlageklasse in unseren Fonds bleiben weiterhin Aktien, da sie an einer wachsenden Realwirtschaft partizipieren und die Inflationsentwicklung teilweise kompensieren können. Positive Erträge in diesen schwierigen Zeiten liefern uns unsere Rohstoffinvestments und unser Energie-Sektor-ETF (Exchange-traded Fund) sowie unsere alternativen Investments.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Mai 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Mai 2022

Die hohe Inflation, der russische Angriffskrieg und das Coronavirus – neben vielen weiteren Themen bewegen derzeit vor allem diese drei Wirtschaft und Kapitalmärkte. Nachdem sich Aktien nach Ausbruch der Coronakrise bereits im vergan- genen Jahr wieder deutlich und weit über ihr Vorkrisenniveau hinaus erholt hatten, haben Aktien und Anleihen seit Beginn 2022 aufgrund der hohen Inflation und der geldpolitischen Wende der Notenbanken merklich an Wert verloren. Norma- lerweise zeigen sich Anleihen in Krisenzeiten deutlich wertstabiler als Aktien. Dies ist aktuell aber leider nicht der Fall.

Welche Maßnahmen lassen sich also in solch einer Situation ergreifen? Hierbei gilt in der Asset-Allokation, was sich oft auch in anderen Bereichen bewährt: Flexibilität ist Trumpf. Alternative Assetklassen wie Rohstoffe und alternative Investmentfonds können gerade in volatilen Marktphasen das Rendite-Risiko-Profil deutlich verbessern. Die Asset-Allokation, also die Gewichtung der Assetklassen zueinander, ist entscheidend für das langfristige Rendite-Risiko-Profil. Im Vergleich zu einem klassischen 50:50-Portfolio aus Aktien und Anleihen kann eine zusätzliche Allokation von Rohstoffen und liquiden alternativen Investments die Rendite erhöhen und gleichzeitig das Risiko senken.

Investitionen in Rohstoffe sind durch Indexfonds möglich. Auch wenn Rohstoffe für den langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet sind, gewannen sie in der Vergangenheit oft in Phasen mit steigender Inflation. Rohstoffe betrachten wir daher als taktisches Investment, um uns vor Inflationsrisiken und der gestiegenen geopolitischen Unsicherheit zu schützen. Liquide alternative Investments setzen meist quantitativ fundierte Strategien ein und nutzen zur Umsetzung Hebelprodukte. Hiermit können einerseits neue Renditequellen erschlossen und andererseits Absicherungsstrategien umgesetzt werden. Alternative Investments können einen wichtigen Beitrag zur Risikoreduktion leisten und Anleihen als Risikopuffer teilweise ersetzen. Unsere einzelnen Positionen innerhalb dieser Assetklasse sind so ausgewählt, dass sie sich gegenseitig in dem Ziel ergänzen, das Risiko für das Gesamtportfolio zu reduzieren. Sie bewährten sich bereits Anfang 2022 im Reimann Investors Vermögensmandat. In Rohstoffe sind wir derzeit zusätzlich im Rahmen unserer Sektor- und SORT-Strategien verstärkt investiert, den Anteil alternativer Investmentfonds haben wir ebenfalls erhöht.

Die wahrscheinlich wichtigsten Faktoren für die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte sind der Russland-Ukraine-Krieg und die Inflation. Sollte sich der Russland-Ukraine-Krieg weiter zuspitzen, so würden vermutlich die Kurse europäischer Aktien und Unternehmensanleihen fallen. Die Rohstoffpreise würden wahrscheinlich weiter steigen. Ebenso dürfte der US-Dollar weiter erstarken. Sollte sich die Situation zwischen Russland und der Ukraine entschärfen, würden vermutlich die Kurse europäischer Aktien und Unternehmensanleihen steigen. Auch der Euro würde wohl erstarken. Die Rohstoffpreise hingegen dürften fallen. Um das Portfolio bei wechselnden und schwer vorhersehbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu steuern, ist Flexibilität bei der Asset-Allokation also ein entscheidendes Instrument. Um für Sie einen langfristigen Vermögensaufbau zu erzielen, diversifizieren wir unsere Investitionen daher über verschiedene Anlageklassen und streuen diese zudem breit innerhalb einzelner Assetklassen.